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Kinder und Jugendliche
Was ist eigentlich Psychotherapie?
"Psychotherapie" bedeutet die Behandlung von seelischen Problemen. Also zum Beispiel, wenn man sich oft traurig, ängstlich, wütend oder einfach nicht wohl fühlt - ohne vielleicht genau zu wissen warum.
So wie man zum Arzt geht, wenn man Bauchweh oder Fieber hat, kann man zu einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten gehen, wenn man seelische Schwierigkeiten hat.
Gründe dafür, dass es einem nicht gut geht kann es viele geben, wie zum Beispiel:
- Wenn es zuhause oft Streit gibt und Du Dich deshalb unglücklich fühlst
- Wenn es Dir in der Schule schwerfällt, Dich zu konzentrieren
- Wenn Du große Angst vor Klassenarbeiten oder anderen Situationen hast
- Wenn Du mit anderen Kindern oft Streit hast oder geärgert wirst
- Wenn Du sehr schnell wütend wirst und häufig starke Wutgefühle hast
- Wenn Du Dich einsam fühlst oder keine Freunde hast
- Wenn Du oft traurig bist, ohne genau zu wissen warum
- Wenn Du keine Lust mehr auf Dinge hast, die Dir früher Spaß gemacht haben
... oder auch aus anderen Gründen.
Wenn Du schon vieles ausprobiert hast und trotzdem keine Lösung findest, ist es oft eine gute Idee, mit jemandem zu reden, der sich mit solchen Dingen gut auskennt.
Was passiert bei einer Psychotherapie?
Mein Ziel ist es, Dir zu helfen, Dich wieder wohler, sicherer und glücklicher zu fühlen. Dafür möchte ich Dich gut kennenlernen: ich stelle Dir Fragen, höre Dir aufmerksam zu - und Du darfst mir alles erzählen, was Dir wichtig ist. Auch Dinge, die Du sonst vielleicht niemandem sagst.
Du brauchst keine Angst zu haben und musst Dich nicht schämen. Alles, was Du erzählst, bleibt unter uns - ich habe nämlich Schweigepflicht.
Falls ich das Gefühl habe, dass es gut wäre, Deine Eltern und/oder Bezugspersonen über etwas Bescheid wissen zu lassen, was Du mir erzählt hast, werden wir das vorher in jedem Fall besprechen.
In der Therapie reden wir viel miteinander, machen Spiele, malen etwas und gehen vielleicht auch mal raus. Auf jeden Fall nehme ich mir Zeit für Dich. Eine Therapiestunde dauert ungefähr so lange, wie eine Schulstunde, also etwa 50 Minuten.
Wie oft Du zur Therapie kommst, besprechen wir gemeinsam mit Dir und Deinen Eltern und/oder Bezugspersonen - je nachdem, was Du benötigst.
Manchmal spreche ich auch mit Deinen Eltern oder anderen wichtigen Personen in Deinem Leben, damit sie Dich besser unterstützen können. Aber auch das machen wir nur so, wie es für Dich in Ordnung ist.
Wie bekommst Du einen ersten Termin?
Deine Eltern und/oder Bezugspersonen können einfach in meiner Praxis anrufen oder mir eine E-Mail schreiben und einen Termin vereinbaren. Dazu benötige ich nur Deine Versichertenkarte - eine Überweisung vom Arzt ist nicht nötig.
Wir haben dann bis zu fünf Termine Zeit, um uns kennenzulernen. In dieser Zeit schauen wir gemeinsam, ob Du Dich bei mir wohlfühlst und ob eine Therapie bei mir für Dich richtig ist.
Meistens reichen diese Termine schon aus, um zusammen einen Plan zu machen, wie Dir geholfen werden kann.
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Eltern/ Bezugspersonen
Wann kann Psychotherapie sinnvoll sein?
Es ist für Eltern oft nicht leicht zu erkennen, ob ein Verhalten ihres Kindes noch zu einer normalen Entwicklungsphase gehört oder ob bereits eine psychische Erkrankung vorliegt. In der Kindheit und Jugend passiert sehr viel – sowohl im Körper, als auch im Inneren. Jedes Kind und jeder Jugendliche entwickelt sich auf seine ganz eigene Weise. Auf diesem Weg gehören Umwege, schwierige Phasen und Krisen dazu – sie sind Teil des Großwerdens.
Manchmal können solche Herausforderungen jedoch zu viel werden. Wenn Kinder oder Jugendliche über längere Zeit stark belastet sind, können sich aus anfänglichen Schwierigkeiten ernstere psychische Probleme entwickeln. Dann kann es hilfreich oder notwendig sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Mögliche Gründe für ein Gespräch oder eine Vorstellung in meiner Praxis können zum Beispiel sein:
- Andauernde Ängste
- Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit
- Übermäßiger Rückzug
- Kontakt- und Beziehungsprobleme
- Traumatische Erlebnisse
- Schlafstörungen
- Einnässen und Einkoten
- Zu spät sprechen lernen, große Ungeschicklichkeit
- Körperliche Beschwerden ohne organischen Befund
- Quälende, immer wiederkehrende Gedanken oder Handlungen, Tics
- Anhaltende Unruhe und Aufmerksamkeitsstörungen
- Konzentrations-, Lern- und Arbeitsstörungen
- Schulische Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen
- Auffallend aggressives, verweigerndes und oppositionelles Verhalten
- Essstörungen
- Selbstverletzendes Verhalten
- Düstere, lebensmüde Stimmungen, Gedanken, sich etwas anzutun
- usw.
Wenn Sie sich Sorgen machen, sind Sie in meiner Praxis herzlich willkommen.
Wir nehmen uns Zeit, um gemeinsam mit Ihnen über die Situation Ihres Kindes zu sprechen. Dabei frage ich nicht nur nach den Schwierigkeiten, sondern auch nach den Stärken, Fähigkeiten und positiven Seiten Ihres Kindes. Auch die Entwicklung, das Verhalten in der Familie, im Kindergarten oder in der Schule sind dabei wichtig.
Bitte beachten Sie: Wenn Sie gemeinsam sorgeberechtigt sind und getrennt leben, benötige ich die Zustimmung beider Elternteile. Nutzen Sie hierfür gerne das nachfolgende Formular und bringen Sie dieses (von allen Sorgeberechtigten) unterschrieben zum Erstgespräch mit: 00bb97fd-8840-443e-ac81-bd5686ade35f
